Seminare

7. – 8. Juli 2018

„Das Ich verstehen und das Leiden überwinden“
Meditationsseminar (Theorie und Praxis)

mit Michael Peterssen

Zeiten: Sa 10-19 Uhr, So 10-17 Uhr
Seminargebühr: 130 € / erm. 100 €
Ort: Quelle des Mitgefühls
Heidenheimer Str. 27, 13467 Berlin
Anmeldung bis 3. Juli 2018: office@buddhistische-akademie-bb.de
Teilnahme nur an der ganzen Veranstaltung möglich.

Jeder von uns hat ein Gefühl von Ich, das begleitet wird von einer Vorstellung, was denn dieses Ich sei. Häufig wird das Ich als eine Art externer „Kontrolleur“ von Körper und Geist angesehen. Beim Erforschen dieses Ich-Gefühls werden wir feststellen, dass es uns neben manch schöner Erfahrung auch viel Leid bereitet. Das liegt daran, dass der Kontrolleur sich mal mit diesem, mal mit jenem identifiziert und an dem jeweiligen Phänomen anhaftet. Er ergreift Besitz – zum Beispiel vom Körper, den Emotionen oder Gedanken – und betrachtet diese Phänomene als „Ich“, „mir“, „mein“.

All das schafft Leiden und macht uns unfrei. Das Ziel buddhistischer Praxis liegt in der Überwindung unnötigen Leidens. So manch einer glaubt daher, dieses Ich müsse irgendwie ausgeschaltet oder zerstört werden. Aus Sicht des Buddha hingegen genügt es hingegen, dieses Ich zu verstehen. Verstehen meint hier jedoch nicht allein intellektuell zu begreifen, was es mit dem Ich auf sich hat und in welchem Verhältnis es zu Körper und Geist steht. Zur Leidensüberwindung ist es ebenso nötig zu erleben, was sich diesbezüglich auf einer eher intuitiven Ebene abspielt. Denn dieses Ich begleitet uns immer wenn wir etwas erfahren. Mal erleben wir das sehr deutlich, oft sind wir uns dessen jedoch nur vage oder gar nicht bewusst.

In diesem Seminar geht es schwerpunktmäßig um Praxis. Es soll helfen, sich auf der Ebene der Erfahrung gut mit diesem Ich vertraut zu machen. Ausgangspunkt werden die drei vom Buddha immer wieder gelehrten Sichtweisen auf das Dasein sein – Vergänglichkeit, Leidhaftigkeit und Nicht-Ich. Mithilfe verschiedener Übungen für den Alltag und in formeller Meditation werden wir verstehen lernen, wie wir das Erleben des Ichs selber konstruieren und wie wir es beeinflussen können, damit wir mehr und mehr Freiheit von Leid erfahren. Die Teilnahme ist nur am ganzen Seminar möglich.


13. – 14. Oktober 2018

„Die heilende Kraft der Körper-und Atemmeditation“ Meditationsseminar (Theorie und Praxis)
mit Michael Peterssen

Seminar
Zeiten:
Sa 10-19 Uhr, So 10-17 Uhr
Seminargebühr: 130 € / erm. 100 €
Ort: Quelle des Mitgefühls
Heidenheimer Str. 27, 13467 Berlin
Anmeldung bis 9. Oktoberr 2018: office@buddhistische-akademie-bb.de
Teilnahme nur an der ganzen Veranstaltung möglich.

War Achtsamkeitsmeditation noch vor ein paar Jahrzehnten eine exotische, esoterische Praxis für Aussteiger aus der Gesellschaft, so begegnet man ihr heutzutage in vielen Zusammenhängen: zur Steigerung der Konzentrationsfähigkeit von Arbeitnehmern, zum Stressabbau bei chronisch Kranken, als Heilmethode bei Depressionen usw. Inzwischen gibt es im Westen auch eine intensive wissenschaftliche Forschung, die sich mit dieser weitverbreiteten, althergebrachten Kulturtechnik der Selbsterforschung und Selbstveränderung beschäftigt.

Auf diesem Meditationswochenende wollen wir uns der Achtsamkeit auf unseren Körper und insbesondere der Aufmerksamkeit auf den Atmen widmen. Diese bilden eine gute Grundlage für die Schulung von Achtsamkeit auf unsere Gefühle oder Geisteszustände. Achtsamkeit auf den Körper hilft uns klarer zu erkennen, was für körperliche Bedürfnisse wir tatsächlich haben und was wir nur meinen, unbedingt zu brauchen.
Außerdem führt ein ausgeprägteres Bewusstsein von unserem Körper und der Atmung zu einer tieferen Verwurzelung in unserem Körper. Wir fühlen uns mehr bei uns und sind zentrierter. Und können auch besser mit unserem Körper sein, wenn es ihm mal schlecht geht. Krankheiten haben dann keinen so starken Einfluss auf unser seelisches Wohlbefinden mehr.

Nun soll unsere Übung der Achtsamkeit aber nicht nur zu einem gesteigerten Körpergewahrsein und zu besserer Sammlung führen. Wir streben auch das an, was im spirituellen Kontext zuweilen „sehende Achtsamkeit“ genannt wird. Diese Form der Achtsamkeit will uns über die schon erwähnten positiven Wirkungen hinaus helfen, uns selber und die uns umgebende Welt tiefer erkennen und verstehen zu lernen. Dazu gehört beispielsweise das hautnahe Erleben der unaufhörlichen Veränderlichkeit alles dessen, was uns ausmacht und was uns umgibt. Man könnte auch sagen, wir üben uns in „weiser“ Aufmerksamkeit, einem Gewahrsein, das uns als ganze Menschen auf längere Sicht hin so verändert, dass wir uns als integrierter, emotional positiver und vielleicht in Körper und Geist einfach „heiler“ erleben.
• detaillierte Meditationsanleitungen
• (geleitete & nicht-geleitete) Meditationen
• Vorträge • Erfahrungsaustausch in der Gruppe
• Fragen & Antworten


20. – 21. Oktober 2018
Die Beziehung zwischen persönlicher und sozialer Transformation

mit David Loy

Englisch mit deutscher Übersetzung

Samstag 10-18 Uhr, So 10-14 Uhr
Ort: Bodhicharya, Kinzigstr. 25-29, 10247 Berlin
Kosten: 130 Euro / erm. 110 Euro
Anmeldung bis 20.9.2018:
office@buddhistische-akademie-bb.de

Unser normales Selbst(gefühl) ist von einem Gefühl des Mangels heimgesucht: Irgendetwas stimmt mit mir nicht. Warum haben wir immer nicht genug Geld, Ruhm, Sex? Weil wir unser Gefühl von Mangel damit füllen wollen – aber es funktioniert nicht. Diese Obsessionen decken auch auf, wo unsere Gesellschaft feststeckt.

Was der Buddha als die drei Gifte bezeichnet, hat ein Eigenleben angenommen: unser ökonomisches System institutionalisiert Gier, Rassismus und Militarismus institutionalisieren Böswilligkeit und die Medien institutionalisieren Verblendung. Und unser kollektives Gefühl der Getrenntheit vom Rest der Biosphäre ist der Grund für die ökologische Krise. Jedes persönliche Erwachen, das wir erleben mögen, bleibt ohne ein soziales Erwachen in Bezug auf diese institutionalisierten Ursachen von Leiden unvollständig.


1. – 2. Dezember 2018

Lust und Unlust in der Schule der Achtsamkeit: Klärung, Übung, Verwandlung
mit Akincano Marc Weber

Samstag 10-18 Uhr, So 10-14 Uhr
Ort: wird noch bekannt gegeben
Kosten: 130 Euro / erm. 110 Euro
Anmeldung bis 15.11.2018:
office@buddhistische-akademie-bb.de

Die Lust- und Unlust-Tönung (vedana) inneren und äußeren Erlebens ist der „Geschmack“ aller Erfahrung: Wir suchen danach, ersehen oder befürchten ihn, hadern damit, gehen genussvoll darin auf oder finden uns enttäuscht, wenn er nicht erwartungsgemäß ausfällt. Die Lustgewinn (Gr. hedone) und die Vermeidung von Unlust ist allen Menschen wichtig – wenngleich wir uns im Detail uneins sind, woraus genau diese bestehen.

Was bedeuten Lust und Unlust für die Achtsamkeit? Wie beeinflussen sie die Aufmerksamkeitslenkung? Was bewirken sie in unserem affektiven Erleben? Gibt es achtsame Geistesgegenwart auch für die hedonische Tönung in unserem Erleben? Und: Vermag die Achtsamkeit auf Lust und Unlust einzuwirken – oder bleiben diese invariabel?

Ablauf: Das Wochenende ist der praktischen und theoretischen Ergründung der Wechselwirkung von Geistesgegenwart und Lust- und Unlust-Tönung gewidmet.

Format: Meditation, Anleitungen und anwendungsorientierte Erörterungen helfen, die alten Weis-heitstradition zu kontextualisieren und schlagen sprachliche und inhaltliche Brücken in die Gegenwart – für Menschen von heute.

Akincano M. Weber ist buddhistischer Lehrer und Therapeut, war 20 Jahre Mönch in Europa und Asien und der Praxis des frühen Buddhismus verbunden. Er studierte Buddhistische Psychotherapie in London (M.A.) und ist international als Meditations- und Dharma¬lehrer tätig. Er führt eine Praxis für Dialogische Prozessbegleitung, ist Mitbegründer von Bodhi College, und leitet Atammaya Köln. Webseite: www.akincano.net

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