Wie hast du’s mit der Religion?

Termin
18. März 2021
Referent:in
Ulrich Küstner

Die Weltreligion Buddhismus wird von westlichen Anhängern oft gerade nicht als Religion gesehen, sondern als eine Weltsicht, eine Philosophie, oder eine Übungspraxis mit ethischer Dimension. Für viele macht gerade dies seine Attraktivität aus. Andererseits wirkt der nicht-religiöse, moderne Buddhismus in mancher Beziehung dünn und kraftlos. Es scheint, als seien bei dieser Umdeutung wichtige, ja vitale Aspekte und Funktionen verloren gegangen. Die grundlegende Frage ist nicht neu – wir kennen sie schon als die Gretchenfrage in Goethes Faust: „Nun sag, wie hast du’s mit der Religion?“ Fausts schwammige Nicht-Antwort ist lesenswert und heute noch aktuell. Das Bestreben, sich von negativen Aspekten traditioneller Religion zu lösen, schießt über sein Ziel hinaus und verführt leicht zu anderen, nicht unbedingt besseren Gläubigkeiten und Pakten. Was ist da verloren gegangen – welches Kind haben wir mit dem Bade ausgeschüttet – und gibt es einen Weg nach vorne, statt nur zurück in die rettenden Arme traditioneller Religion? Der Vortrag plädiert für ein neues, vertieftes Verständnis des Buddhismus als Religion.