Seit einigen (wenigen) Jahrzehnten sind die ehemaligen nationalsozialistischen Konzentrations- und Vernichtungslager in Deutschland, Polen und anderen Ländern zentrale Orte des Gedenkens und der Erinnerung. Es gibt sehr unterschiedliche Formen des Gedenkens. Der Zenmeister Bernie Glassman hat in Auschwitz „Bearing Witness Retreats“ durchgeführt, die bis heute einmal im Jahr mit Teilnehmenden aus vielen Ländern und unterschiedlichen ethnischen und religiösen Hintergründen stattfinden. Lily Besilly leitet mit Katharina Schmidt seit 2013 auf dem Gelände des ehemaligen Frauenkonzentrationslagers Ravensbrück mehrtägige Retreats. Auch andere buddhistische Gruppen suchen solche Orte des Grauens auf, um zu praktizieren.
Von welchen Vorstellungen sind diese Retreats getragen? Stellen sie überhaupt einen geeigneten Rahmen dar für Gedenken und Erinnern? Was sind die besonderen Herausforderungen, diesen Orten mit spiritueller Praxis zu begegnen? Wie können dabei Vereinnahmung und Verharmlosung vermieden werden?
An diesem Abend werden sich Ursula Richard und Lily Besilly zu ihren persönlichen Erfahrungen an diesen Orten und Gedanken zum Thema austauschen und zu gemeinsamem Nachdenken einladen. Beide waren am 3./4. Mai in Ravensbrück und haben an einer 24 stündigen Zeremonie teilgenommen, bei der die Namen dort ermordeter Menschen vorgelesen wurden.
