Maitri in Bodhgaya, Indien

Die Spenden für Maitri kommen den segensreichen Einrichtungen des Maitri Charitable Trust zugute, der am Ort der Erleuchtung des Buddha, in Bodhgaya, eine Vielzahl von Projekten betreibt.

Zwei davon möchten wir hier besonders hervorheben. Über alle weiteren informiert die Website des Trusts ausführlich.

Lepra-Hilfe und Gesundheitsprogramme

Das Maitri Leprosy Prevention, Treatment and Rehabilitation Centre wird von der Italienerin Adriana Ferranti geleitet, einer Schülerin der tibetischen Lamas Thubten Yeshe und Zopa Rinpoche. Lepra ist kaum ansteckend und heilbar – das Problem ist meist, dass die Erkrankten viel zu spät Hilfe suchen. Prävention und Aufklärung der Bevölkerung sind deshalb eine ständige Aufgabe.

Neben der Fürsorge und Vorsorge für Lepra-Patienten gibt es ein Behandlungsprogramm für Tuberkulose (TBC) sowie allgemeine Gesundheitsprogramme einschließlich der Aufklärung über Aids.

Im Maitri-Projekt in Bodhgaya

Die Dorfschule in Fulchatar

Die Dorfschule in Fulchatar wird von 115 Mädchen und Jungen besucht, die im Durchschnitt an 95 % des Unterrichts teilnehmen. Das Schulgebäude wird vom Dorf gebaut und instand gehalten, Maitri stellt die Lehrer.

Zu Besuch bei Maitri – ein Bericht von Annabelle Zinser

Oktober 2014

Seit Jahren unterstützt die Buddhistische Akademie das Maitri-Projekt in der Nähe von Bodhgaya, und wir halten uns gerade im Rahmen einer Pilgerreise zu den Stätten des Buddha in Bodhgaya auf.

So fahren wir zu fünft aus unserer Sangha der „Quelle des Mitgefühls“ mit dem Geländewagen, den uns Adriana geschickt hat, von Bodhgaya aus ca. 3 km hinaus zum Maitri-Projekt – auf Lehmwegen mit vielen tiefen Schlaglöchern. Als wir in das Gelände von Maitri einfahren, hören wir ein sehr lebendiges Willkommensgebell von unzähligen Hunden, die hier im Projekt eine neue Heimat gefunden haben. Zusammen mit dem Chanting des Rinpoche, der aus den Lautsprechern ertönt, ist das wirklich eine starke Begrüßung.

Adriana Ferranti, die Gründerin und Leiterin des Maitri-Projektes, begrüßt uns. Sie ist eine kleine italienische Frau, voller Energie. Auf einer Landkarte zeigt sie uns all die Distrikte und Orte, in denen die „fieldworkers“, die Projektarbeiter von Maitri, arbeiten und Menschen betreuen.

Zum Beispiel: Aufspüren von Leprakranken in entlegenen Dörfern und Versorgung mit Medikamenten. Die Projektarbeiter machen eine Versammlung in einem Dorf, beschreiben die Symptome von Lepra, gehen in jedes Haus und fragen, ob jemand solche Symptome hat. Nachdem sie die Medikamente ausgegeben haben, kommen sie regelmäßig wieder, um nachzufragen, wie es den Leprakranken geht – auch den Angehörigen, die sich vielleicht angesteckt haben.

Ungefähr 10 leprakranke Männer sind auch hier im Projekt in einem Zimmer untergebracht, und Adriana bittet uns, in ihr Zimmer hineinzukommen. Als ich zögere und äußere, das könnte den Kranken unangenehm sein, sagt Adriana: „Sie kennen keine Privatheit.“ … und wirklich: Die Leprakranken freuen sich, dass wir sie besuchen, und wir singen ihnen ein Lied aus der Plum-Village-Tradition: „Ich bin angekommen, ich bin zuhause, im Hier und im Jetzt.“ Sie bedanken sich, und wir winken uns zum Abschied zu.

Als Nächstes führt uns Adriana zum Hundezwinger. Die Straßenhunde liegen ihr sehr am Herzen, und sie bestellt regelmäßig einen Tierarzt, der die Hündinnen sterilisiert. Gerade sind 6 ganz junge Hündinnen in dem Zwinger untergebracht, die heute noch operiert werden sollen. Adriana führt uns in den Hunde-Operationsraum, wo gerade ein Hund mit einem großen Krebsgeschwür für die OP vorbereitet wird. Sie geht ganz unbefangen zu ihm hin und tastet das Geschwür ab. Sie kennt überhaupt keine Scheu und erinnert mich darin sehr an Ruth Denison, meine Vipassana-Lehrerin.

Weiter geht es an einer offenen Feuerstelle vorbei, wo das Mittagessen für die Mitarbeiter gekocht wird. Unterwegs treffen wir noch zwei Pferde auf dem Gelände und kommen dann zum Ziegengehege; die Ziegen werden nachmittags zum Grasen herausgelassen.

Adriana erzählt uns zwischendurch, dass sie Hunderte von Einweihungen in der tibetischen Tradition erhalten hat, sich aber vor allem auch als Anhängerin von Gandhi versteht. Sie ist einfach sehr praktisch veranlagt: „Für mich ist das Wichtigste zu helfen, wenn ich sehe, dass Hilfe gebraucht wird.“ So hat Maitri vor allem auch in entlegenen Gegenden auf den Dörfern Schulprojekte ins Leben gerufen, „nicht nur in Bodhgaya, wo jeder buddhistische Tempel auch eine Schule hat“.

Als wir zurück zum Haupthaus kommen, sehen wir Frauen, die anstehen, um ihre wöchentliche Nahrungsration abzuholen. „Sie haben TB, und wenn sie nicht genügend zu essen haben, nützen die Medikamente gar nichts“, erklärt Adriana.

Besuch im Maitri-Projekt, Oktober 2014

Maitri hat auch ambulante Dienste für schwangere Frauen in abgelegenen Dörfern, um ihnen Zusatznahrung zu bringen, damit ihre Kinder gesund auf die Welt kommen. Ich frage, ob in diesem Projekt auch Frauen mitarbeiten, aber Adriana ist die einzige Frau im Projekt, alle Mitarbeiter sind Männer.

Zum Abschluss unseres Besuches singen wir noch ein Lied als Dank an diese wunderbare Bodhisattva und alle ihre Mitarbeiter: „Ich atme ein, ich atme aus …“

– Annabelle Zinser, Dezember 2014

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Beschreibung aller Aktivitätsschwerpunkte (PDF, englisch)
www.maitri-bodhgaya.org

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